Ich wollte Provider bei Nextcloud werden

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Ich schätze Nextcloud und die Anstrengungen in der Weiterentwicklung. Auch teile ich die Grundprinzipien vom Open Source Gedanken und den Wunsch nach Selbstständigkeit und Privatsphäre in der persönlichen Dateiverwaltung. Umso mehr hat es mich erstaunt, dass ich als Community Provider für Nextcloud den SSH Root Zugriff von der Community VM an Nextcloud geben sollte.

Aber mal ganz vorne: ich habe ein Kleingewerbe und biete ein paar Kunden auf meinem Server eine eigene bzw. shared Nextcloud an. Das alles passiert im kleinen Rahmen. Daher wollte ich als kleiner Provider eine VM stiften, mit der sich interessierte Nextcloud-User sofort über die Nextcloud App registrieren können und einen kostenlosen Account haben. Das versteht Nextcloud unter Provider. Letztlich ging es mir um etwas Werbung für meinen Dienst, da ich hier eh nie mit IONOS oder anderen großen mithalten könnte und einfach meine nicht mehr gebrauchte VM stiften wollte (1,6TB Speicher, OnlyOffice und Talk Integration etc.).

Die Anforderungen an Nextcloud Provider sind klar auf Github geregelt – nichts leichter als das. Nextcloud wollte dann einen Webzugriff zum Testen der gesamten Installation, was ich positiv finde und sofort angelegt hatte. Nach einer Woche Stille erfuhr ich, dass Nextcloud gerade überprüft, ob sie nicht gleich die gesamte VM in ihre Verwaltung nehmen wollen, um z.B. Updates zu installieren, was ich natürlich genauso gemacht hätte. Das hat mich etwas stutzig gemacht: warum sollte ich einem Open Source Software Hersteller Vollzugriff auf eine VM geben, die auf meinen Namen läuft und wodurch ich auch hafte. Einen Hosting Vertrag, eine ADV oder eine Haftungserklärung wurde mir zudem auch nicht angeboten. Viel mehr möchte ich aber auch nicht, dass Nextcloud potentiellen Zugriff auf die hochgeladenen Daten der Nutzer hat. Denn genau das ist ja der Grund, warum ich überhaupt Nextcloud nutze. Inwiefern sich diese Praxis nun von Office365 unterscheidet, ist mir nicht klar.

Alles in allem sehr schade. Ich weiß nicht, warum Nextcloud hier seine Prinzipien verrät, aber ich schätze, dass hier lieber Provider gesehen werden, die Geld durch Support-Verträge mitbringen und da reicht eben meine kleine VM als „Spende“ nicht aus. Nur was hat das mit dem Open Source Gedanken zu tun, den Nextcloud selbst propagiert? Schade.

Du hast Interesse an einem kostenlosen Nextcloud 5GB Account? Dann melde dich über speibox.de! Wenn sich bis April 2020 genug Leute finden, werde ich die VM trotzdem aufrecht erhalten.


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