Froxlor – was spricht dagegen?

Ich mag Froxlor nicht – nicht weil es schlecht programmiert wäre oder ich ein Konsolen-Ästhetik-Nerd bin, sondern weil dieses Programm einen zu großen Overhead an mysteriösem Verhalten erzeugt. Beispiel bei einem Kunden neulich: Er hat sich einen neuen Managed Server geholt, Debian 7 mit Froxlor installieren lassen und wollte nun von Apache2 auf nginx umsteigen. Dann ein WordPress Multisite Network aufgesetzt und er wollte via WordPress Plugin MU Domains weitere Domains auf einzelne Seiten komplett aufschalten. Das alles resultierte in einem too many redirections Error auf der jeweiligen Seite, sobald eine fixe Domain festgelegt wurde.

Ich bin selbst nicht der absolute Pro in der Verwaltung von Servern, aber nachdem die Kontrolle und Abänderung der bisherigen nginx Konfiguration nichts brachte, setzte ich mittels Konsole und eigenen Vhosts bei nginx (ohne Froxlor) eine eigene funktionierende WordPress Multisite auf, die keinen solchen Fehler aufwies. Die Zeit und Energie, die man aufwenden müsste, um diesen oben beschriebenen Fehler zu suchen und alles soweit zu verstehen, um den Fehler überhaupt finden zu können, steht meines Erachtens in keinem Verhältnis zu den Vorteilen von Froxlor.

Vorteile

Mit Froxlor hat man ein zentrales Tool und kann so gut wie alles in einer schönen Weboberfläche verwalten, Kunden anlegen und die können sich ebenfalls alles zurecht klicken:

  • Domainrouting, Subdomainverwaltung
  • FTP-Accounts
  • Speicherlimits
  • Cronjobverwaltung
  • E-Mailkonten Verwaltung
  • Webmail, phpmyadmin
  • etc.

Für eine Open Source Software allerhand Tools, die rein vom Prinzip Parallels in den Grundfunktionen um nichts nachstehen und für Kundenprojekte sicherlich Reiz bieten.

Probleme

Nichts desto trotz scheint die eigene Konfiguration eines solchen Kundenpakets nicht mehr zeitgemäß zu sein. Die Leute wollen oft nur die Applikation selbst (z.B. WordPress) und der Rest interessiert sie nicht. Das sieht man auch an vielen Hostingtarifen, die sehr oft keinerlei technischen Daten ausweisen, sondern mit Applikationen werben: Unser WordPress-Hosting Tarif bei Hosteurope z.B. oder die zahlreichen One-Klick Applikationen, die alle gängingen Content Management Systeme mit einem Klick z.B. bei Parallels installieren.

Auch das Thema Sicherheit sollte beachtet werden: Ein Backend, das Zugang zu den Konfigurationen des Servers gewährt, ist immer anfällig für Angreifer. Eine gut gesichertes SSH (fail2ban, key auth) ist definitiv besser. Auch stellt Froxlor Services bereit, die anders und viel einfacher gelöst werden können: Beispiel FTP. Gechrootete Verzeichnisse können schnell und ohne große Probleme angelegt werden und für jedes Verzeichnis kann damit sogar SFTP verwendet werden, d.h. dieser Zugang läuft dann über das interne SSH des Servers. Sicherheitslücken bei anderen Services am Server können so ausgeschlossen werden und alle Fallstricke im Konfigurieren von ProFTP oder PureFTP fallen weg.

Das alles ist eine Frage der Zielgruppe: Wenn meine Kunden gar kein FTP brauchen oder nur einen Verzeichnis, in das sie hochladen werden können, braucht es auch keinen FTP-Server und kein Froxlor. Mit dem Wegfall von Froxlor können mehrere Dinge gewonnen werden: Vertrauen in den Service, Sicherheit, Kundenorientierung. Spezielle Konfigurationen sind einfacher und schneller möglich. Und gerade die Fehlersuche wird um einiges angenehmer.

Alternativen

Im Bereich Server gibt es derzeit nur kommerzielle Alternativen wie z.B. Parallels, die aber vermutlich ähnliche Tücken wie Froxlor haben. Für die meisten Webprojekte, in denen Kunden schnell und einfach nur eine Seite brauchen, zwei / drei E-Mail Postfächer und einmal im Quartal eine kleinere Änderung in den Webserver Einstellungen, braucht es kein Froxlor Backend. Wofür auch? Konfigurationen, die auf der Konsole gemacht werden, lassen sich schneller anpassen, schneller überblicken und es gibt weniger Gelegenheiten, irgendetwas kaputt zu machen.

Außerdem können Zugänge zu phpMyAdmin, Webmail oder E-Mail-Verwaltung ja genauso angelegt und gewährt werden. Es ist halt nicht mehr alles so schön in einem Backend abrufbar wie bei Froxlor, aber was spricht dagegen eine interne WordPress Seite für Kunden zu gestalten, die alle Links und wichtigen Hinweise intern abbildet? Viel mehr Augenmerk als auf Benutzeroberflächen sollte in Performance und guten Service gelegt werden. Was nützt dem Kunden ein Froxlor Interface, wenn die Seite ewig zum Laden braucht, da er nicht weiß, wie man Bilder fürs Web richtig aufbereitet? Das Applikationshandling sollte mehr unterstützt werden und ich denke, dass genau das ein Faktor wäre, warum man sich für einen besonderen Tarif bei einer kleineren Firma zum Hosten seiner Webseite entscheidet anstatt für einen großen Webhostinganbieter, der nur bereit stellt und sonst auf seine FAQs verweist.

Wer verwaltet mir das?

Entweder man nimmt sich die Zeit und testet sich kontinuierlich nach oben. Ich habe 2 bis 2,5 Jahre neben meinem Studium gebraucht, um auf diesen Stand zu kommen. Wenn das zeitlich nicht geht, wäre die zweite Alternative: Kauft euch junge Leute mit genau diesem Fachwissen (Hallo *winke, winke*) in eure Unternehmen ein und lasst sie dort euer Produkt sowie sich selbst weiterentwickeln.

Interesse? Ich kümmere mich um gern um Ihren Server!

SERVER? WORDPRESS? HILFE?
Mein Portfolio an erfolgreichen WordPress-Seiten wächst. Ich helfe gerne weiter!
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3 Comments

  • Hallo,

    prinzipell bin ich deiner Meinung, das man leute haben sollte die „etwas“ können. Aber um die Lanze für Plesk, Confixx, und Co. (auch die OpenSource) zu brechen. Ich als Kunde will vielleicht auch das ein oder andere selber machen.

    Vielleicht möchte ich nicht bei meinem Dienstleister anrufen und darauf hoffen das dieser Zeit hat mir einen Abwesenheits Agent einzurichten.
    Vielleicht will ich sowas wie Whitelist, Mailings, etc. selber verwalten. Vielleicht habe ich sogar jemand der meinen Seiten Programmiert und hierfür mal „schnell“ eine Subseite benötigt.

    Daher würde ich das nicht verteufeln, im Zeitalter von WIX, JIMBO als Webplattformen und Filehoster wie Dropbox und Co. stellt sich doch eins herraus …..

    Die Leute wollen selber machen, …. ohne Bash, HTML oder Powershell zu können.

    Ansonsten wären Sozial Media Plattformen nicht denkbar …. deshalb haben You Tube und Co. Erfolg.

    Also …..

    Schöne neue Welt, und Autos die die Arbeit machen fahren auch in LKW’s. Neue System brauchen Zeit sich zu etablieren und akzeptiert zu werden.

    Und mal ganz ehrlich ….. wer benutzt den noch ein mechanische Schreibmaschine? Die hatte keine BlueScreen, Trojaner etc.

    so weit zu mir 😉

    Liebe grüße

    • Hi,
      danke für deine Einschätzung. Aber ich glaube, du vermischt hier ein bisschen was: mir geht es rein ums Hosting. Jimdo und andere Applikationen sind ja auch bei einem managed Hosting selbst verwaltbar, aber ich mache immer die Erfahrung, dass die Leute selbst bei der Installation von WordPress scheitern, weil sie sich nicht mit Sachen wie FTP, Datenbanken etc. auseinander setzen möchten und da auch eher mehr kaputt machen.
      Selbst machen können die Nutzer dabei natürlich jederzeit innerhalb der Applikation, aber wenn sie jetzt etwas neues möchten, fühlen sie sich glaube ich besser, wenn ihnen das jemand bereit stellt und sagt: läuft. Beim Rest können die Kunden ja dann wieder spielen.
      Was die Verwaltung von Mails anbelangt: das können Kunden auch bei mir jederzeit selbstständig, weil es relativ normal geworden ist, so etwas zu können. Aber alles andere wie FTP, Datenbanken etc. – nur auf Anfrage, weil die technischen Spielereien zu nichts führen. Der Kunde soll sich inhaltlich mit seiner Webpräsenz auseinander setzen können, das technische erledige ich. Von dem her hinkt dein Vergleich etwas.

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